Mirjam Bamberger

Leiterin HR & Communications, Mitglied der GL

AGILE HR
10.30 – 11.00 Main Hall

Irrtümlich agil 🇩🇪 / 🇬🇧

Warum plötzliche Mut-Ansagen und deklarierte Fehlerkultur nichts bringen. Sieben ehrliche Einblicke in die Kulturtransformation eines Digisauriers – von Irrtümern über Halbwahrheiten zu Aha-Erlebnissen und Erfolgen.

Short Bio

Mirjam Bamberger ist seit 2014 Mitglied der Geschäftsleitung und Leiterin Human Resources & Communications des führenden Schweizer Allbranchenversicherers AXA. Zuvor war sie als Head HR Europe bei Sulzer Metco und als Mitglied der Geschäftsleitung in der Solarsparte des Hightech-Konzerns Oerlikon tätig. Von 2001 bis 2008 nahm sie verschiedene internationale Führungspositionen im Vertrieb und Operations bei Thomson Reuters ein, unter anderem in der USA, in England und China. Sie begleitete Firmentransaktionen,  Turnarounds und Wachstumsphasen – ihre Leidenschaft ist Transformation. Sie absolvierte einen Executive MBA am IMD in Lausanne und bildete sich an der HSG, Harvard und Stanford University weiter.

Interview mit Mirjam Bamberger

re.formation: Mirjam, du hast als Leiterin HR & Communications bei der Axa Schweiz Verantwortung für knapp 170 Mitarbeitende und 230 Lernende. Wie bist du in diese Position gewachsen?

Mirjam: Nicht alles ist planbar, so auch im Beruf. Heute bin ich dankbar, dass mir schon sehr früh berufliche Verantwortung für Teams und auch grössere Businesseinheiten übertragen wurde. Allerdings definiere ich mich persönlich nicht über Führungsspanne. Im Gegenteil: ich beobachte, wie die digitale Arbeitswelt ein breiteres Verständnis von Führung fordert. Machtverhältnisse am Markt ändern sich, Wettbewerbsregeln auch, und Führung hat immer mehr mit Selbstführung als mit der Führung anderer zu tun.

re: Bei der AXA Schweiz arbeiten rund 500 Mitarbeitende nach agilen Methoden. Die Mitarbeitenden stammen aus unterschiedlichen Funktionen, auch im HR arbeitet ihr agil. Kannst du uns ein paar wichtige Meilensteine zu dieser „Agilen Transformation“ nennen?

M: Vor drei Jahren starteten wir mit der „Agilen Transformation“. Uns wurden dabei mehrere Aspekte recht schnell klar: Agiles Arbeiten – beispielsweise nach der Scrum-Methode – braucht Disziplin und Durchhaltewillen. Es eignet sich nicht für alle Probleme oder Projekte und ist weder besser noch schlechter als andere Arbeitsweisen. Und das Wichtigste: Agilität hat bei uns mindestens genauso viel mit Mindset wie Methode zu tun. Wir haben deshalb in den letzten Monaten über 1000 Schlüsselpersonen bei der AXA in Führung, Selbstführung und in agilem Denken und Handeln geschult. Ohne einen engen Schulterschluss mit der IT und auch anderen Funktionen wäre dies nicht möglich gewesen. Bei AXA hat das formidabel geklappt. Denn am Ende zählt, was wir gemeinsam erreichen und wie es bei unseren Kunden ankommt.

re: Worum geht es bei deinem Referat an der Konferenz und was können die Zuhörer mitnehmen?

M: In knapp 20 Minuten möchte ich Transformation eines Konzerns etwas ent-mystifizieren. Ich möchte Agilität vom Hype befreien und ehrliche Einblicke in die Transformation einer der grössten Versicherungen in der Schweiz geben. Dabei werde ich Dinge nicht schönreden. Ich teile Irrtümer wie konkrete Erkenntnisse: die Takeaways könnten auch für andere wertvoll oder hilfreich sein.

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